Fachbereich Psychologie

Chronische körperliche Krankheiten und Behinderungen verlaufen unterschiedlich und zeichnen sich durch spezifische Besonderheiten aus. Die Lebensgewohnheiten der Kinder und Jugendlichen, ihr Verhalten, aber auch ihr Verhältnis zu Bezugspersonen verändern sich auf Grund dieser nicht entwicklungsgebundenen Herausforderung oft massiv und bedeutet eine hohe Belastung.

Bei vielen Schülern ist eine psychologische Betreuung Voraussetzung für eine regelmäßige Beschulung!

Schon während der Diagnose- und Beratungswoche wird sehr oft - sowohl seitens der Eltern als auch seitens der Kinder und Jugendlichen - nach einer psychologischen bzw. psychotherapeutischen Begleitung gefragt. Häufig werden psychische Belastungen bis hin zu Erkrankungen im psychiatrischen Sinne, aber auch Einschränkungen der bisherigen Handlungsgewohnheiten vorgebracht. Von diesen Belastungen sind die Kinder und Jugendlichen sowie ihre Familien betroffen. Damit verbundene Unsicherheiten und Widersprüche in erzieherischen Fragen, Verhaltensauffälligkeiten bei Geschwisterkindern oder Konflikte in der Beziehung zwischen Geschwistern sind regelmäßige Gesprächspunkte der Eltern. Suche und Wünsche nach Lösungen für ein besseres Zusammenleben und Entlastungen im Sinne einer Krankheitsbewältigung werden dann als Grund oder Ziele für eine psychologische Hilfe bzw. psychotherapeutische Begleitung angegeben.

Wird eine psychologische oder psychotherapeutische Hilfe geleistet, stehen die Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt. Es werden nicht nur Einzelgespräche geführt, sondern bei Bedarf auch gemeinsame Gespräche mit einzelnen oder mehreren Familienmitgliedern, mit Betreuern / Lehrern, vereinzelt auch mit anderen Kindern oder Jugendlichen. Die Zusammenarbeit mit den Eltern oder gesetzlichen Betreuern reicht von gelegentlichen telefonischen Beratungen bis hin zu regelmäßigen Familiengesprächen.

Der psychologische Leistungsbereich arbeitet flexibel und bedarfsabhängig mit allen anderen Leistungsbereichen des DRK-Schul- und Therapiezentrums Raisdorf zusammen. Diese Zusammenarbeit beinhaltet z. B. die Teilnahme an Förderplangesprächen, an Fallkonferenzen oder das Anbieten einer sog. „Intervision“ für Teams oder einzelnen KollegInnen.

Befinden sich Schüler auch in Behandlung des Norddeutschen Epilepsiezentrums für Kinder und Jugendliche, wird regelmäßig eine gemeinsame Diagnostik und Therapie angestrebt.

In Krisensituationen oder bei Grenzen der ambulanten psychologischen Begleitung / psychotherapeutischen Behandlung stellen wir, nach Absprache mit den Sorgeberechtigten oder gesetzlichen Betreuern, den Kontakt zu Facharztpraxen oder Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie zwecks unterstützender medikamentöser Behandlung oder (teil)stationärer Therapie her.

Derzeit werden alle Leistungen des Fachbereiches Psychologie über den Vergütungssatz finanziert.